Der Mammutbaum

Wellingtonie
Wuchs und
Habitus
Der Berg-Mammutbaum ist ein sehr imposanter Großbaum, der in seiner Heimat mehr als 3.000 Jahre alt und über 90m hoch werden kann, in Europa 140 Jahre nach seiner Einführung bis 30 - 50m hoch gewachsen ist. Er erreicht in Kalifornien Stammdurchmesser von 8 - 9m, vier bis sechs Mal mehr als bis heute in Europa bekannt wurden.
In der Jugend wächst der Berg- Mammutbaum breit kegelförmig, mit geradem, bis zur Spitze durchgehendem und bis unter beastetem Stamm. Im Alter wird die Krone dagegen sehr locker, mit krftigen, hängenden Ästen die oft erst in großer Höhe ansetzen.
Die Stämme sind säulenförmig und an der Stammbasis auffällig verbreitert. Damit schafft sich der Baum die nötige Standbreite für seine spätere Höhe. Der Berg-Mammutbaum zeichnet sch durch rasches Wachstum aus. Der Jahreszuwachs liefgt zwischen 35 und 50cm, in der Jugend auch bei 80cm.
Am natürlichen Standort flacht die Höhenzuwachskurve im Alter von 400 Jahren rasch ab, während der Dickenzuwachs bis in shohe Alter anhält. Der Berg-Mammutbaum aht schuppenförmige, im allgemeinen 3 - 6mm lange Nadeln, die den Trieben in Wuchsrichtung zeigend mehr oder minder eng anliegen.
Maße im Juni 2020
Stamm-Umfang 9,40m
Stamm-Durchmesser 3,00m
Baumhöhe 42m
Kronen-Durchmesser 14m
Alter ca. 150 Jahre
Gebräuchliche Namen im
deutschen Sprachgebrauch
Wellingtonie
Mammutbaum
Riesen-Mammutbaum
Riesensequoie
Berg-Mammutbaum
(Sequoiadendron giganteum)
Verbreitungsgebiet
Das natürliche Vorkommen des Ber-Mammutbaums beschränkt sich heute auf die Westhänge des kalifornischesn Felsengebirges oder, wie der Name Sierra Nevada sagt, Schneegebirges. Seine Verbreitung beschränkt sich dort nur noch auf insgesamt 72 isolierte "groves" in einem Gebiet von 420km Länge und 24km Breite in Höhen von 1370 - 2300m.
Hier wächste er in lichten Mischwäldern zusammen mit Colorado-Tannen, Gelb-Kiefer, Zucker-Kiefern und Rauchzypressen. Seine Hauptvorkommen wurden zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrief unter Naturschutz gestellt.



Einführung
nach
Baden-
Württemberg
Der württembergische König Wilherlm I. gab kurz vor seinem Tod den Anstoß für den Anbau des Berg-Mammutbaums in Württemberg, welcher wohl mehr zufällig zum ersten Großversuch in Europa werden sollte. Möglicherweise hatte man bei der Bestellung nicht bedacht, dass die größten Baumriesen einen der kleinsten Samen erzeugen. Vielleicht hat aber auch die Überlieferung recht, nach der versehentlich mehr Samen als beabsichtigt bestellt worden sind.
Im Frühjahr 1864 erhielt die königliche Bau-und Gartendirektion ein halbes Pfund Wellingtonia-Samen aus Kalifornien, aus dem bis zum Sommer 1856 im Kalthaus der Wilhelma durch den Hofgärtner Johann Baptist Müller etwa 6.00 - 8.000 kräftige Pflanzen gewonnen wurden. Die Hälfte der Sämlinge wurde an die königliche Forstdirektion abgegeben, die andere Hälfte in königliche Gärten verwendet und mit dem Ziel der Verbreitung dieser Gehölzart an Privatleute verkauft. Auf diese Weise ist der Berg-Mammutbaum auch an den Bodensee und nach Tettnang gekommen
Da noch kaum Ehrfahrungen mit fremdländichen Baumarten vorlagen, waren die Abgänge in den ersten Jahren außer in dem klimatisch günstigen Bodenseegebiet sehr goß. 1953 wurde in Baden-Württemberg noch 278 lebende Bäume aus besagter Wilhelma-Aussaat gezählt, 156 im Walde und 122 in Parkanlagen und Gärten.
Naturdenkmal
Gefährdung und
Schutzbedürfitgkeit
Die Mammutbäume der Art Sequoiadendron giganteum zählen heute zu den weltweit bedrohten Pflanzenarten. Nach Europa wurden sie zwar in großer Zahl eingeführt, es finden sich heute jedoch nur noch wenige der 130 Jahre alten Exemplare erhalten. Hinzu kommt, dass der Bodenseeraum mit seinem Klima eine der wenige geeigneten Gebiete in Deutschland darstellt, der ein optimales Gedeihen der Riesen ermöglicht.
Wie drastisch die Zahl der früheren Anpflanzungen in Baden-Württemberg bereits in den 50er Jahren zurück gegangen war, aht FEUCHR (1956) eindrucsvoll belegt.
In Friedrichshafen sind allein in den letzten 20 Jahren die Hälfe der üver 100-jährigen Mammutbäume durch Baummaßnahmen, Blitzeinschlag und Willkür verloren gegangen. Der anhaltende Trend, die alten Villengärten im Stadtgebiet weiter zu parzelieren, mit großen Mehrfamilienhäusern zu überbauen und mit Tiefgaragen zu unterhöhlen, stellen auch für einen Teil der noch erhaltenen Exemplare eine unmittelbare Gefahr dar.


